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Essstörungen bei Kindern- Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrkräfte

11.09.2021

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Wenn das eigene Kind an einer Essstörung leidet, ist das meist eine große Belastung für die Eltern und auch Angehörige. Gefühle von Hilfslosigkeit, Angst, Ärger und Unsicherheit tauchen immer wieder auf. Ständig macht man sich Sorgen und will helfen, doch man weiß nicht wie. Auf welche Weise unterstützt man sein Kind am besten? Wie kann man seine Grenzen bei solch einer belastenden Situation wahren? Diese und weitere Fragen stellen sich viele Eltern, Angehörige, Freunde und auch Lehrkräfte, die einen Menschen mit einer Essstörung in ihrem Leben haben. Um helfen zu können, muss man sich jedoch erstmal bewusstwerden, was eine Essstörung eigentlich ist und was sie mit dem Menschen anrichtet.


Formen von Essstörungen 
Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen. Mit jeder Form unterscheidet sich auch die Art und Weise, mit der man der Betroffenen Person helfen kann. Die drei häufigsten Essstörungen sind Magersucht, Ess-Brechsucht und Binge-Eating. Jede Form hat andere Symptome, aber häufig verfließen diese ineinander. Bei jeder Essstörung bleibt eine Sache jedoch gleich: jeder Betroffene beschäftigt sich zwanghaft mit dem Thema Essen.


Magersucht 
Magersucht zeichnet sich durch ein extrem niedriges Körpergewicht aus. Dieses wird mit Absicht hervorgerufen. Die betroffene Person nimmt sich selbst als zu dick wahr und denkt deshalb, dass sie abnehmen muss. Um dies zu erreichen, werden radikale Schritte unternommen. Dazu gehören sehr strenge Diäten, Hungern, zwanghaftes Zählen der Kalorien, zu viel Sport und auch absichtlich Herbeigeführtes erbrechen. Manche Betroffene nehmen auch Abführmittel oder andere Medikamente ein, um dünner zu werden oder ihr Gewicht beizubehalten. Die Angst davor, zuzunehmen ist immens. Menschen, die an Magersucht leiden, haben eine Fehlwahrnehmung vom eigenen Körper. 


Die Ursachen für Magersucht sind vielfältig. Die größte Rolle spielen Gesellschaftliche Einflüsse. Magersucht tritt am häufigsten bei Frauen zwischen 14 und 18 Jahren auf. Dies ist das Alter, in dem junge Frauen am einfachsten zu beeinflussen sind. Das Schönheitsideal heutzutage sind schlanke Frauen, weshalb viele Mädchen das Gefühl haben, sie müssten diesem entsprechen. Eine Essstörung kann sich unter solch einem Druck sehr schnell entwickeln. Zudem spielen auch familiäre Umstände eine Rolle. Der Verlust einer eng vertrauten und geliebten Person, ein geringer Selbstwert und ein Mangel an Selbstliebe und Akzeptanz kann auch zu Magersucht führen. 


Ess-Brechsucht
Diese Form der Essstörung ist gängiger unter der Bezeichnung Bulimie. Anders als bei Magersüchtigen, sind Betroffene von Bulimie häufig normalgewichtig. Doch auch bei ihnen ist die Angst, zuzunehmen, groß. Häufig leiden sie unter Heißhungerattacken, nach welchen sie sich absichtlich übergeben, extrem viel Sport treiben oder versuchen mithilfe von Abführmitteln der Gewichtszunahme entgegenzuwirken. 


Nach dem Erbrechen macht sich häufig ein Gefühl von Erleichterung bei der Person breit. Doch dieses wird schnell überschattet von Scham- und Schuldgefühlen, da schon wieder ein Kontrollverlust stattgefunden hat. 


Die Gründe sind auch hier unterschiedlich. Familiäre und genetische Faktoren, gesellschaftliche Einflüsse und viele andere Gründe können diese Form der Essstörung auslösen. 


Binge-Eating  
Der Begriff Binge-Eating kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt Essattacke. Wie der Name schon deutlich macht, leiden Betroffene bei dieser Form der Essstörung an häufigen und immer wiederkehrenden Essanfällen. 


Bei diesen werden große Mengen an Nahrungsmitteln gegessen, welche ein Mensch unter normalen Zuständen nicht essen würde. Bei den Essattacken geht es nicht darum das Essen zu genießen, sondern es in sich hineinzustopfen. Diese Anfälle können manchmal Stunden andauern. Fettige und zuckerhaltige Speisen werden in kurzer Zeit verschlungen und Betroffene sind nach diesen Essanfällen angeekelt von sich selbst. 
Scham- und Schuldgefühle tauchen auch häufig auf. 


Anders als bei Menschen, die an Bulimie leiden, tun Betroffene von Binge-Eating nicht viel, um den Folgen einer Essattacke entgegenzuwirken. Sie treiben keinen Sport oder Erbrechen nicht um eine Gewichtzunahme zu verhindern. Jedoch versuchen Betroffene ihre Nahrungsaufnahme nach einer Essattacke sehr stark einzuschränken. Das bedeutet beispielsweise, dass die Betroffenen sehr wenig oder gar kein Essen zu sich nehmen. Doch das hält nicht lange an. Betroffene von Binge-Eating sind deshalb meist stark übergewichtig. 


Auch hier sind die Gründe vielfältig. Menschen, die immer wieder versuchen eine konsequente Diät aufrechtzuerhalten, sind besonders anfällig für Heißhungerattacken. 
Zudem können ein negatives Körperbild, ein niedriges Selbstwertgefühl, Depressionen und Traumata solch eine Essstörung auslösen. Menschen, welche als Kinder übergewichtig waren und deshalb von Familie, Freunden oder anderen Leuten aufgezogen wurden, laufen auch Gefahr, an einer Binge-Eating Essstörung zu erkranken. 


Was kann ich als Elternteil oder Angehöriger tun? 
Nicht nur die Betroffene Person leidet unter der Essstörung. Eltern, Angehörige, Freunde, Lehrkräfte und auch Arbeitskollegen kann diese Situation sehr zu schaffen machen. Besonders bei Kindern, die unter einer Essstörung leiden, verspüren Eltern einen großen Schmerz und wissen nicht, was sie tun sollen, um ihrem Kind zu helfen. Viele geben sich selbst die Schuld, fühlen sich hilflos und können es nicht ertragen ihr Kind immer weniger werden zu sehen. Diese Ratlosigkeit, Angst und Hilflosigkeit können in Frustration und wenig Verständnis resultieren. 


Es ist sehr wichtig eine gewaltfreie Kommunikation mit seinem Kind zu haben. Denn mit Frustration, Wut und Geschrei wird die Situation nur schlimmer. Man muss sich bewusst sein, dass Kommunikation eine große Rolle bei Essstörungen spielt. Wie man mit seinem Kind kommuniziert, hat immer Einfluss auf die Entwicklung. Versuchen Sie sensibel zu sein und die Essstörung durch Kommentare wie „Jetzt iss doch mal was“, nicht zu verschlimmern. Außerdem ist Abgrenzung sehr wichtig. Man sollte seinem Kind beiseite stehen. Aber es sollte einem auch bewusst sein, dass das Kind aus dieser Essstörung selbst herausfinden muss. Als Elternteil stellt man die Leiter hin und das Kind muss hochklettern. 


Hilfreich können auch Selbsthilfegruppen sein. Es ist immer gut, sich mit Menschen auszutauschen, die Verständnis für die Situation haben und dieses nachvollziehen können. 
Positive Entwicklungen in den Vordergrund zu stellen ist auch sehr hilfreich. Besonders wenn sich die Hilflosigkeit besonders stark bemerkbar macht, ist es wichtig, sich an all die guten Fortschritte zu erinnern. 


Auch wenn man ein Kind hat, dass an einer Essstörung leidet, und Verantwortung trägt, so ist es doch wichtig, sein eigenes Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Sich Pausen zu gönnen ist nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil: es kann die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Kind verbessern. Abstand zur Situation zu gewinnen, hilft sehr dabei, Dinge aus einem anderen Licht zu betrachten und seinem Kind am Ende vielleicht sogar besser beiseite stehen zu können. Dadurch ist man nicht eine schlechte Mutter oder Vater. 


Kurs über Essstörungen bei Menta 
Wir bei Menta haben speziell einen Kurs rund um das Thema Essstörungen veröffentlicht. In diesem Kurs geht es um die verschiedenen Formen von Essstörungen, die Ursachen, die Anzeichen und Kriterien der unterschiedlichen Essstörungen, wie man sich einer Person mit Essstörung gegenüber verhalten kann, die eigenen Grenzen und vieles mehr. Dieser Kurs ist besonders hilfreich für Eltern, Angehörige und Freunde, welche einen Menschen in ihrem Leben haben, der an einer Essstörung leidet. Durch viele Tipps und Informationen können Sie sich ein gutes Bild machen und am Ende dieses Wissen benutzen, um dieser Person zu helfen. 


Entdecke jetzt unsere Kurs für Angehörige zum Umgang mit Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen: https://www.menta-health.de/creator/common-topic/sophie-homeyer

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